Granit Karat
"Der nackte Stein oder die Geburt zwischen zwei Steinbrüchen"
Um den gewaltigen Granitblöcken, den monströsen Maschinen
im Steinwerk und dem erdrückenden Kessel eines von der Natur
zurückeroberten Steinbruchs entgegentreten zu können, wählte
ich als Material für meine Malerei ein überdimensionales Maltuch
aus 30 Quadratmetern Leinen.
Ein Arbeitsplatz war schnell gefunden: im hinteren Hof des
Granitwerks zogen mich die milchig-grünwässrigen Klärbecken
mit einem Durchlauf-Silo, in dem sich der nasse Steinschlamm
absetzt, sofort an. Dort war auch ausreichend Platz, um das
große Tuch auf dem mehr oder weniger trockenen und mit Steinmehlspuren
bedeckten Boden auszubreiten. So konnte ich in Gedanken mitreisen,
mit dem permanent durch die Werkshallen zirkulierenden Wasser,
welches zum Kühlen der Maschinen und abtransportieren des
Steinmehls überall tropfte und floss.
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